Rezension von Bettina Struc

In dem Roman „Blutballaden“ hat der junge Autor Tobias Pamer in seinem Erstlingswerk die Geschichte des Tiroler Oberlandes im späten Mittelalter niedergeschrieben. Im Zuge seiner Maturarbeit hat er sich intensiv mit der Geschichte der Starkenberger auseinander gesetzt. Ein Sachbuch zu schreiben, fand er jedoch nicht lukrativ und deshalb versuchte er sich als Romanautor. Die fiktive Gestalt des Ritters Konrad bettet sich in historischen Gegebenheiten ein und spielt mit historischen Personen. In 13 Kapiteln gibt Pamer die Geschichte der Starkenberger wieder, sehr nahe an den tatsächlichen Gegebenheiten, jedoch gut leserlich für geschichtlich weniger interessierte Leserinnen und Leser. Nichts wird beschönigt, keine herrlichen Rittergeschichten und auch kein Happy End.
Der Leser und die Leserin darf miterleben, wie aus dem Knaben Konrad ein arroganter und hervorragender Ritter wird. An seiner Seite befinden sich ehemalige Fürsten, Herzoge und Ritters des Tiroler Adels u. a. Ulrich von Starkenberg, Friedl mit der leeren Tasche usw. was zum Teil auf Grund der verwobenen Verhältnisse verwirrend werden kann. Konrad, welcher auf Grund seiner adeligen Herkunft den Fürst Ulrich seinen besten Freund nennen darf, kommt dadurch mit dem ganzen Hochadel zwischen Bayern und Meran in Kontakt. Es gibt Mord und Totschlag, aber auch eine kleine Romanze. Zum Glück sind die blutrünstigen und recht brutal beschriebenen Kämpfe, welche das Ende der Ära der Starkenberger einleiten, erst gegen Ende des Romans beschrieben und auch mengenmäßig eingeschränkt. Ansonsten ist der Roman sehr interessant, die einzelnen Charaktere werden verständlich beschrieben und auch die Beschreibung der Gegend ist hervorragend gelungen.
Ein sehr gelungener Roman – auf die nachfolgenden Werke kann man schon gespannt warten und sich sehr darauf freuen.

Blutballaden – Tirols vergessene Epoche von Tobias Pamer, 264 Seiten – Novum Pro Verlag

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